Meldung

Auszeichnung

Aug. 9, 2026

Laudatio auf Ralf Schuband
Anlässlich seines herausragenden Engagements für Musik, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe
 
Die verbindende Kraft der Musik
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Musikbegeisterte, und vor allem: lieber Ralf Schuband,
es gibt Menschen, die Musik machen, um zu unterhalten. Und es gibt Menschen, die Musik leben, um Welten zu verändern. Unser heutiger Ehrengast, Ralf Schuband, gehört zweifellos zu Letzteren. Sein gesamtes Leben ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Musik keine Barrieren kennt – weder politische Grenzen noch körperliche oder geistige Einschränkungen. Wo Worte oft nicht mehr ausreichen oder Barrieren unüberwindbar scheinen, da baut Ralf Schuband mit seiner Leidenschaft Brücken aus Klang und Gemeinschaft.
 
Der Weg im Zeichen von Musik und Mut
Der Grundstein für diesen außergewöhnlichen Lebensweg wurde früh gelegt. Bereits im zarten Alter von fünf Jahren begann Ralf Schuband mit dem Klavierunterricht. Mit gerade einmal neun Jahren übernahm er bereits die verantwortungsvolle Aufgabe des Kantors an der St. Valentinskirche in Preschen. Nach dem Beginn seines Musikstudiums am Konservatorium Cottbus im Alter von 17 Jahren und seiner Zeit als Pianist der DDR-Sonderstufen-Rockband Tornados zeigte sich schon früh sein unschätzbarer Charakterzug: Mut.
Als Friedenskämpfer bei der Landesjugendsynode der evangelischen Kirche engagierte er sich in der DDR-Friedensbewegung Schwerter zu Pflugscharen. Dieses Einstehen für Freiheit und Gerechtigkeit hatte seinen Preis: Politisch ins Abseits gedrängt, musste er seine Heimat verlassen. Doch was wie ein schmerzhafter Bruch schien, wurde zum Glücksfall für Mittelfranken, wo Ralf Schuband seine neue Heimat fand.
 
Ein Pionier der Inklusion in Franken
In Franken angekommen, brachte er sich sofort ein – ob im Kirchenchor, im Musikverein oder an den Tasten der Coverrockband Pink Millennium. Doch seine wahre Berufung fand er in der Arbeit mit Menschen, die oft am Rande unserer Gesellschaft stehen. Während seiner Anstellung bei Diakoneo in Neuendettelsau in der Behindertenhilfe erkannte er das enorme, oft ungenutzte Potenzial der Musik als Werkzeug der Inklusion.
Er gründete nicht nur drei Chöre für Menschen mit Behinderung in Obernzenn, Rothenburg ob der Tauber und Ansbach, sondern untermauerte seine Praxis auch theoretisch: 2013 schloss er erfolgreich den anspruchsvollen, fünfsemestrigen Lehrgang Instrumentalspiel mit Menschen mit Behinderung des Verbandes deutscher Musikschulen ab.
 
Brückenbauer und Visionär im Fränkischen Sängerbund
Als langjähriger Chorleiter und seit acht Jahren als Kreis-Chorleiter des Sängerkreises Fürth hat Ralf Schuband das Unmögliche möglich gemacht: Er brachte Chöre mit und ohne Behinderung zusammen auf die großen Bühnen. Unvergessen ist der Auftritt beim Fürther Sound Festival #FIS, wo unter seiner Leitung 50 Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit der bekannten Inklusionsband Vollgas ein Fest der Lebensfreude feierten.
Es war daher nur folgerichtig, dass der damalige Präsident und heutige Ehrenpräsident des Fränkischen Sängerbundes, Professor Dr. Friedhelm Brusniak, Ralf Schuband zum offiziellen Inklusions-, Integrations- und Teilhabebeauftragten des FSB ernannte. In dieser Funktion leistet er wahre Pionierarbeit. Ein herausragendes Beispiel: In enger Zusammenarbeit mit dem Nordbayerischen Musikbund übersetzte er im Vorfeld in mühevoller Detailarbeit sämtliche Lehrhefte und Prüfungen in die Blindenschrift Braille. Das bewegende Resultat: Zwei blinde Personen konnten erfolgreich den Basiskurs zur Chorleitung absolvieren. Ein Erfolg, den er stolz beim Deutschen Chorverband in Berlin präsentieren durfte!
 
Bundesweites Wirken und unermüdlicher Einsatz
Ralf Schubands Strahlkraft reicht längst über die Grenzen Frankens hinaus. Seit 2022 wirkt er als Kurator des bundesweiten Teilhabeprojekts Hier klingt’s mir gut des Allgemeinen Cäcilienverbandes für Deutschland. Hier setzt er sich insbesondere im ländlichen Raum für die musikalische Teilhabe von marginalisierten Gruppen und Geflüchteten ein. Und auch im Hintergrund packt er an: Ob beim Deutschen Chorfest in Leipzig, der chor.com in Hannover oder beim Deutschen Chorfest in Nürnberg – als ehrenamtlicher Objektleiter sorgt er stets für einen reibungslosen Ablauf.
 
Ein Vorbild an Lebensmut und Engagement
Das Jahr 2024 brachte für Ralf Schuband eine tiefe persönliche Zäsur. Aufgrund einer schweren Erkrankung ist er selbst schwerbehindert und bezieht eine volle Erwerbsminderungsrente. Doch wer glaubt, dass ihn dies aufhält, kennt Ralf Schuband schlecht. Unterstützt von seiner wunderbaren Ehefrau führt er seine Herzensarbeit fort. Wenn auch alles etwas langsamer gehen muss, so tut er dies mit umso größerem Arrangement und tieferer Hingabe. Er schenkt den Menschen, die nicht auf der „Sonnenseite des Lebens“ stehen, eine Stimme und ebnet ihnen den Weg zum Gesang.
 
Lieber Ralf Schuband, für Deinen unermüdlichen Einsatz, Deinen Mut, Deine Menschlichkeit und Deinen unschätzbaren Beitrag zu einer inklusiven, klingenden Gesellschaft danken wir Dir von ganzem Herzen. Du zeigst uns jeden Tag aufs Neue, dass Musik die reinste Form der Inklusion ist.
Wir wünschen Dir und Deiner Frau von Herzen weiterhin viel Kraft, Lebensfreude und vor allem Gesundheit! Herzlichen Glückwunsch zu diesem Lebenswerk!
Florian Luderschmid
Präsident des Fränkischen Sängerbundes