Meldung

† Nachruf auf Ehrenmitglied Walter Schwarz

Juni 23, 2026

Walter Schwarz ist tot.
All diejenigen, die ihn als Sänger, Dirigent und Chorleiter, Moderator und Verbandsfunktionär erlebt haben, wissen um den Verlust, den der Fränkische Sängerbund mit dessenTod erlitten hat. Bis zum letzten Atemzug ist er dem Geschehen im FSB mit großem Interesse und lebhafter Anteilnahme gefolgt. Nun ist unser Ehrenmitglied im Alter von fast 91 Jahren sanft und für immer – erlöst von vielen Beschwernissen – eingeschlafen.
Musik, vor allem der Chorgesang, war sein Leben! Beruflich in ganz anderen Gefilden unterwegs (Walter Schwarz war von Hause aus Sozialversicherungskaufmann und Geschäftsstellenleiter einer Krankenkasse ), unterzog er sich schon früh einer soliden chormusikalischen Ausbildung. Kein geringerer als Willi Domgraf-Fassbaender, der Vater der berühmten Sängerin und Regisseurin Brigitte Fassbaender, bildete ihn am Konservatorium Nürnberg zum Konzert- und Oratoriensänger aus.
An der Fürther Volkshochschule lehrte er Gesang, war Gründer des Fürther Opernstudios, übernahm schon früh die Chorleitung bei der Liedertafel Langenzenn, bevor er für 32 Jahre mit dem Gesangverein Stadeln im Großraum Nürnberg und darüber hinaus Maßstäbe für den Chorgesang setzte. Vor allem Werke aus Opern und Operetten standen im Mittelpunkt seiner verdienstvollen Chorarbeit. Im Jahre 1992 hob er die Reihe Fürther Chorkonzerte aus der Taufe, wurde immer wieder als versierter Klavierbegleiter engagiert und war weithin als anerkannter, unermüdlicher und „gern gebuchter“ charmanter, eloquenter, sachkundiger Conferencier bekannt und unterwegs.
Nicht zu vergessen seine Zeit als Kreischorleiter des Sängerkreises Fürth, in der er den Mitgliedschören viel handwerklich solide Chorabeit zu vermitteln wusste und durch seine Mitarbeit im Gesamtausschuss des Fränkischen Sängerbundes maßgeblich an der Erneuerung der Chorarbeit innerhalb unseres Verbandes beteiligt war.
Mit Walter Schwarz geht eine große Künstlerpersönlichkeit – als Konzertsänger, Gesangspädagoge und Chorleiter. Sein Engagement für den Chorgesang war stets geprägt von der Überzeugung, dass chorisches Singen als Gesangskultur auf höchstmöglichem Niveau zu verstehen sei und so auch dargeboten werden müsste. Eines seiner Elementarerkenntnisse hieß: „Das Herz muss singen, nicht der Verstand!“
Neben der Ehrenmitgliedschaft im Fränkischen Sängerbund wurde ihm auch das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Seine Heimatstadt Fürth zeichnete ihn mit dem „Goldenen Kleeblatt“ aus.
Jede Begegnung mit ihm war bereichernd, offenbarte seinen unbändigen, lustvollen Einsatz für alles, was mit Musik zu tun hatte. Und vor allem: Stets wusste er deutlich zu machen und dafür auch Wegmarken zu setzen, was der große deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche einmal in die Worte kleidete: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum!“
Der Fränkische Sängerbund verneigt sich vor Walter Schwarz und dankt ihm für all seine bleibenden Verdienste.
Seiner Familie, allen voran seiner Witwe, unserem geschätzten Ehrenmitglied Uta Schwarz-Meixner, gilt unser aufrichtiges Mitgefühl.
Peter Jacobi, Ehrenpräsident des Fränkischen Sängerbundes