Karl Haus

Karl Hausgeboren am 24.9.1928 in Schweinfurt
Haus kam schon in früher Jugend in seinem Elternhaus, wo wöchentlich ein gemischter Chor probte, mit dem Chorgesang in Berührung. Während seines Musikstudiums besuchte er in Würzburg am Bayerischen Staatskonservatorium Seminare bei Heinz Knettel, Franz Rau und Franz Xaver Lehner und außerdem in Augsburg das Albert-Greiner-Seminar, wo er Chorleitung und Musikerziehung studierte. Nach den Staatsprüfungen 1950 und 1953 für Klavier und Dirigieren war er von 1954 bis 1964 zunächst Musiklehrer am Olympia Morata Gymnasium und der Städtischen Singschule in Schweinfurt, deren Leitung er 1964 auch übernahm und sie sodann zur allgemeinen Musikschule ausbaute. Im selben Jahr organisierte er die ersten Wettbewerbe "Jugend musiziert".

1965 folgte er einem Ruf an die Hochschule für Musik in Würzburg, wo er seitdem als Professor für Chorleitung und Musikerziehung lehrt und 1968 bis 1987 deren "Großen Chor" sowie deren "Experimentalchor" als Leiter auf zahlreichen Veranstaltungen, wie zum Mozartfest in Würzburg und auf Konzertreisen, begleitete. Daneben hat er seit 1960 die Leitung der "Kugelfischer-Chöre" und von 1962 bis 1975 des "Schweinfurter Singkreises" inne, mit dem er zahlreiche Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen machte. Ferner betätigt er sich als Referent bei Seminaren im In- und Ausland, ist Mitarbeiter von Fachzeitschriften und Mitglied von Ausschüssen in Fachverbänden, darunter auch der Musikausschuss des FSB. Mit Franz Möckl verbindet ihn seit 1963 eine langjährige Dozententätigkeit, die ab 1968 zu einer "Autoren-Freundschaft" wurde, aus der zahlreiche in Fachkreisen angesehene schul- und musikpädagogische Veröffentlichungen hervorgingen, wie etwa "Der junge Musikant"(München, 1970, 1973, 1986), "Singen und Spielen" (Mainz, München, 1977) und viele andere. Seine Kompositionen, Kantaten, szenische Kantaten, Chorzyklen und -sätze, knüpfen an die Tradition der barocken und vorbarocken Chormusik an, in die neue Stilelemente bis hin zum experimentellen Bereich einfließen, wobei aber jederzeit die stimmlichen Möglichkeiten der Laienchöre berücksichtigt werden. Seine besonderen Leistungen wurden 1963 mit dem Valentin-Eduard-Becker-Komponistenpeis, 1967 mit dem Preis der Carl-Engels-Stiftung und 1987 mit dem Hans-Berge-Gedächtnispreis ausgezeichnet. 1988 erschien im Eigenverlag ein Verzeichnis seiner Werke.


© Fränkischer Sängerbund • 2002